Oberberg-Aktuell.de: VfL überrollt geschwächte Dormagener nach der Pause

13.10.2021

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Gummersbach – Sigurdsson-Team lässt im Mittelrheinderby nur 18 Gegentore zu – Gummersbach nun alleiniger Spitzenreiter – ‘RPP – Ambulantes Therapie- und Reha-Zentrum’ und AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.

VfL Gummersbach – TSV Bayer Dormagen 28:18 (12:10).

Während die Konkurrenz weiter munter patzt, zieht der VfL Gummersbach nach dem 28:18-Erfolg im Mittelrheinderby einsam seine Kreise an der Tabellenspitze. Nach den Niederlagen von Aufsteiger Eintracht Hagen und Bundesligaabsteiger TuSEM Essen ist das Team von Gudjon Valur Sigurdsson der letzte verbliebene Zweitligist mit weißer Weste und damit nun alleiniger Spitzenreiter.

10-10-2021vfld1[Julian Köster lieferte defensiv gegen seinen Ex-Klub einmal mehr überragende Arbeit ab.]

Für den isländischen Coach aber kein Grund in Euphoriestimmung zu verfallen. „Es ist gut, wie wir spielen, aber es waren auch erst fünf Spiele“, ordnete er das Auftaktprogramm seiner Mannschaft gewohnt sachlich ein. Schließlich sei ihm auch der Saisonstart im vergangenen Jahr in Erinnerung geblieben: Denn auch vor zwölf Monaten war der VfL gut aus den Startlöchern gekommen. Mehr ins Schwärmen geriet er da schon über die 60 Minuten zuvor (Der OA-Liveticker zum Nachlesen). In diesen hatte Gummersbach ersatzgeschwächten Dormagenern, denen gleich sechs Spieler fehlten, besonders nach der Pause Grenzen aufgezeigt und einen souveränen Heimsieg eingefahren. „Unsere Abwehr fand ich wirklich überragend“, meinte der ehemalige Nationalspieler.

Unter den Augen von Torge Greve – der Sigurdsson-Vorgänger nutzte die Herbstferien mit seiner Familie für einen Wochenendbesuch bei Freunden in Gummersbach und schaute natürlich auch bei seinem ehemaligen Arbeitgeber vorbei – misslang allerdings zunächst der Start in die Partie. 0:3 hieß es nach sechs Minuten, Dormagen hatte eine erste Duftmarke gesetzt. Davon ließ sich das Heimteam aber nicht aus dem Konzept bringen. Auch nicht davon, dass Tom Kiesler vor der Partie wohl etwas zu viel Zielwasser getrunken hatte: Von der Mittellinie knallte er den gerade erst eroberten Ball an die Latte des leeren Dormagener Tors.
10-10-2021vfld2[Kein seltenes Bild: Hakon Styrmisson taucht alleine vor dem starken Gästekeeper auf.]

Den Youngster ließ dieses frühe Kunststück aber kalt, er bekam weiter das Vertrauen seines Trainers. Defensiv ging er keinem Zweikampf aus dem Weg, von denen es einige gab, da die Gäste ihn als vermeintliche Schwachstelle ausgemacht hatten. „Natürlich freue ich mich, immer mehr Einsatzzeiten zu bekommen und bin auch sehr zufrieden mit meiner Entwicklung, aber es gibt immer noch Luft nach oben“, erklärte der 20-Jährige bescheiden nach dem Spiel. Seine Mitspieler drehten indessen die Partie. Fünf Treffer in Folge bedeuteten ein 5:3 nach zwölf Minuten. „Wir haben eine gute Defensive gespielt und Tibor war im Tor überragend“, sagte Toptorschütze Hakon Styrmisson.

Bei Dormagen merkte man bereits früh das Fehlen von Ian Hüter. Der Spielmacher hatte sich am Freitag im Abschlusstraining verletzt. „Sein Ausfall tat uns richtig weh“, bilanzierte Bayer-Coach Dusko Bilanovic. Top-Shooter André Meuser kam ohne den Regisseur an seiner Seite kaum zur Geltung. Ohne Torhüter Martin Juzbasic (11/1 Paraden) wäre die Partie wahrscheinlich sogar schon deutlich früher entschieden gewesen, der Kroate in Diensten der Gäste sorgte dafür, dass es über 9:6 (22.) und 9:9 (26.) bis zur Pause spannend blieb.

 10-10-2021vfld3[Mit 13 Paraden war Tibor Ivanisevic einmal mehr ein sicherer Rückhalt.]

Die Entscheidung fiel dann aber unmittelbar in der Phase nach dem Seitenwechsel. Dormagen spielte einen teils vogelwilden Ball und fand über neun Minuten keine Lösung gegen die aggressive 3:2:1-Deckung um Indianer Julian Köster. Erst beim 18:11 (39.) kamen die Gäste wieder aufs Scoreboard. Für Köster war es gegen seinen Ex-Verein natürlich ein besonderes Spiel. „Vor heimischer Kulisse ist das natürlich umso schöner, vor allem wenn man dann auch noch die zwei Punkte behalten darf“, sagte er.

Die Partie selbst gab anschließend nicht mehr viel her. Der überragende Hakon Styrmisson und Lukas Blohme rannten mehrfach alleine auf das gegnerische Gehäuse zu. Das Duo erzielte mehr als die Hälfte der VfL-Tore. Über 24:14 (51.) schaukelte der Altmeister den Sieg souverän nach Hause – und das obwohl Janko Bozovic und Szymon Dzialakiewicz heute einen völlig gebrauchten Tag erwischten. „In den neun Minuten nach der Pause waren wir eine ganz andere Mannschaft. Das hat Gummersbach sofort bestraft und war für uns nicht mehr zu reparieren“, so Bilanovic. Sigurdsson lobte derweil noch einmal seine Defensive: „Angefangen bei Tibor Ivanisevic hat jeder, der heute gedeckt hat, eine überragende Leistung gebracht. Ich könnte fast jeden Namen nennen.“
10-10-2021vfld4[Ole Pregler bekam von seinem Coach ein Sonderlob. Kapitän Timm Schneider blieb über 53 Minuten nur die Rolle als Motivator von der Bank. Die füllte er allerdings mit viel Leben aus.]

Gummersbach: Hakon Styrmisson (10/3), Lukas Blohme (6), Julian Köster, Ole Pregler (je 3), Stepan Zeman, Ellidi Vidarsson (je 2), Alexander Hermann, Tom Kiesler (je 1).

Dormagen: Ante Grbavac (6), Patrick Hüter (4), André Meuser, Tim Mast (je 2), Jan Reimer (2/2), Aron Seesing, Soeren Steinhaus (je 1).

Strafen
6:6 Minuten (Zeman, Dzialakiewicz, Hermann – 2x Sterba, Meuser).

Siebenmeter
3/4 – 2/2 (Bozovic scheitert an Juzbasic – Reimer sicher).

Zuschauer
1.890.

Schiedsrichter
Timo Hofmann / Thomas Horath.


Quelle: Oberberg-Aktuell.de