Audienz bei Königin Kebekus

03.04.2019

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Gummersbach – Carolin Kebekus gastierte gestern Abend mit ihrem aktuellen Programm „PussyNation“ in der ausverkauften SCHWALBE arena.

Vor sechs Jahren stand Carolin Kebekus als aufstrebende Komikerin bereits in Gummersbach auf der Bühne und verbreitete – damals noch im Stadttheater – „Pussyterror“. Drei Jahre später kehrte sie als „AlphaPussy“ zurück in die Kreisstadt und füllte bereits die SCHWALBE arena. Inzwischen ist Rheinländern ganz oben angekommen und gehört zu den großen Künstlern der Nation. Entsprechend bescheiden rief sie gestern Abend in der mit 3.800 Zuschauern ausverkauften SCHWALBE arena die „PussyNation“ aus und erklärte sich selbst zur Königin.

Das Publikum wurde gleich zu Beginn mit einem Treueschwur eingebürgert und dabei war deutlich rauszuhören, dass die „PussyNation“ ganz klar in Frauenhand ist. Über ihre bereitwillig unterwürfigen Untertanen war Carolin Kebekus sehr begeistert, als sie unter großem Jubel und Applaus die Bühne betrat. „Noch ein paar Minuten länger und ihr wärt für mich auch in Meinerzhagen einmarschiert“, witzelte Kebekus und legte mit einem Redeschwall los, der in den folgenden zwei Stunden Programm im Grunde nur zwischendurch von donnerndem Applaus unterbrochen wurde. Thematisch nahm die Königin der „PussyNation“ wieder kein Blatt vor den Mund und plauderte offenherzig und ohne Hemmungen über das Leben als Frau in der heutigen Gesellschaft.

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3Dabei blieb es nicht nur bei seichten Themen, wie etwa einer schmerzhaften Entfernung der Intimbeharrung, sondern es wurden auch ernste Töne angeschlagen. Natürlich immer mit einer Portion derbem Humor. Beispiel: Der Schönheitswahn und das Streben nach einem perfekten Leben – befeuert durch scheinbare Perfektion, die Social-Media-Plattformen wie Instagram uns täglich suggerieren. „Manche dieser ‚Perfekt Life Bitches’ glänzen so sehr im Gesicht, du denkst, das ist eine Warnfeste.“ Kebekus-typisch wurde freilich auch nicht zu wenig und zu zurückhaltend über Sexualität gesprochen. Und auch hier gelang es der Künstlerin, den Bogen von derben Witzen zu einer ernsthaften Grundaussage zu spannen: „MeToo hat nichts mit Sex zu tun. Sex ist, wenn beide Bock haben, alles andere ist Missbrauch.“

4[Das Volk der “PussyNation” wartet auf den Einlass zur Audienz.]

Und auch wenn die Männer in der SCHWALBE arena an diesem Abend eher die Minderheit der „PussyNation“ bildeten, betonte Carolin Kebekus. „Wir können nicht ohne euch.“ Nicht zuletzt bemerkte sie außerdem, dass natürlich auch Frauen gemein und verletzend sein können, wenn sie beispielsweise unter einem YouTube-Clip von Kebekus über ihre Schwabbelarme spötteln. Königin Kebekus nimmt es aber mit Humor – und lässt auch bei ihrem Abschiedssong noch einmal ordentlich die Arme wackeln.


Quelle: „Von Oberberg-Aktuell – Zeitung für die Region“

Text: Daniel Beer
Bild: Klaus Stange, AVttention