“Nuhr hier, nur heute”…gab’s auch Urologenwitze

21.01.2019

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Gummersbach – Kabarettist Dieter Nuhr gastierte mit seinem aktuellen Programm in der SCHWALBE arena.

Dieter Nuhr betritt unter Applaus des Publikums das Podium. Bühnendekoration? Fehlanzeige! Der Bühnenhintergrund ist schwarz und farblich angestrahlt. Nuhr im schlichten dunklen Anzug. Es gibt nichts, was ablenkt. Die Aufmerksamkeit ist allein auf den Künstler gerichtet und das, was er sagt und wie er es sagt. Dabei ist der Bogen allerdings weit gespannt und reicht von Merkel, über Feinstaub bis zu verweichlichten Kindern und Urologenwitzen. Dieter Nuhr ist dafür bekannt, dass er bei seinen Programmen stets spielerisch seinen Nachnamen einsetzt, wie beispielsweise 2013 „Nuhr unter uns“, oder etwa 2015 „Nuhr ein Traum“ – gestern präsentierte er „Nuhr hier, nur heute“ in der SCHWALBE arena.

RTEmagicC_19-1-2019nuhr1.jpg[Dieter Nuhr gab fleißig Autogramme.]

Nuhr beginnt die Aufwärmphase mit der provokanten Bemerkung: „Was für eine Schnapsidee, heute hier in Gummersbach aufzutreten!?“ Im Publikum herrschte gut drei Sekunden Verwunderung, dann folgte der Beifall. Er rechnet ab mit Angela Merkel, wobei sich junge Leute kaum vorstellen können, dass sie demnächst geht, denn die kennen keine andere Kanzlerin und die war doch immer da. Er zitiert den SPIEGEL, der geschrieben hat, dass Merkel nicht mehr zu halten ist. Das war allerdings im Jahr 2001…Dieter Nuhr wurde 1960 geboren und wuchs in Düsseldorf auf. In seiner Jugendzeit gab es keine Heim-Computer, eine Tatsache, die den Jugendlichen heute nur schwer zu vermitteln ist. Damals gab es mitunter als Strafe eine Woche Hausarrest. Heute würden Kinder betteln – um zwei Wochen.

Feinstaub wird thematisiert. Stickoxide sind nicht tödlich, sondern lebensverkürzend, so wie viele andere Dinge auch, zum Beispiel Alkohol. Die 15 größten Containerschiffe produzieren so viel Feinstaub, wie alle Autos in Deutschland in sechs Jahren. Also deswegen den Diesel abzuschaffen und anschließend eine Kreuzfahrt zu buchen, ergibt keinen Sinn, sagt Nuhr. Überhaupt findet er, dass Gesundheit die langsamste Art ist, um zu sterben.

Er stellt die Frage, über „Die gute, alte Zeit“ und wann die denn eigentlich war. Immerhin ging es uns noch nie so gut wie heute und Krieg hatten wir seit mehr als 70 Jahren nicht. Bissig bemerkt er, dass Kennedy es gut hatte, denn der war nach dem ersten Schuss sofort tot. Trump hingegen nicht, denn der hat den Kopfschuss offensichtlich überlebt. Schlüpfrig wird es bei den Urologenwitzen und Nuhr bemerkt: „Wie? Darüber lachen Sie? Das hätte ich wissen müssen, dann hätte ich das Programm anders geschrieben.“

Nach seinem Abgang von der Bühne erscheint Nuhr kurze Zeit später erneut. Er verlängert das Programm um 15 Minuten mit einer Zugabe und einem Urologenwitz.


Quelle: „Von Oberberg-Aktuell – Zeitung für die Region“

Text: Ursula Hütt
Bild: Martin Hütt